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Ein Mahner im FFM

NORDWEST (am) - Am 14. 12. 2006 eröffnete Heinz Corny-Kallmann (Foto) die Ausstellung „Der Gelbe Stern - Deutsches Judentum 1900 bis 1945" im Freizeitforum Marzahn. Die Wanderausstellung, die schon an vielen Orten Deutschlands gezeigt wurde, entstand auf Initiative der Friedensbibliothek und des Antikriegsmuseums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz. Der 80-jährige Träger des Verdienstkreuzes am Bande, Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, konnte als 13-Jähriger selbst in letzter Minute im Jahre 1939 in Sicherheit nach England gebracht werden. Er erzählte mit Erschütterung von den Minuten, da Eltern sich nicht von den Kindern verabschieden wollten - wissend, dass es die letzte Berührung sein würde. Die meisten evakuierten jüdischen Kinder haben ihre Eltern nie wieder gesehen. Als Heinz Corny-Kallman 1976 nach Berlin zurückkehrte, entfaltete er umgehend ein breites zivilgesellschaftliches Engagement in Schulen und Kirchen, an Fortbildungseinrichtungen, auf Seminaren und Ausstellungen. Unermüdlich plädiert er dabei vor allem unter Jugendlichen für Menschlichkeit und Toleranz. Auf die ihm eigene unprätentiöse Art und Weise wirbt Heinz Corny-Kallmann um Verständnis für Menschen, die heute - wie einst er selbst - gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. BVV-Vorsteherin Petra Wermke konnte als Initiatorin der Ausstellung hier in unserem Bezirk Vertreter aller demokratischen Parteien begrüßen. Sie warnte vor den kahlköpfi gen Fremdenhassern, die bereits unter uns seien - in der BVV - und bekräftigte ihre Überzeugung, dass der Kontrast zwischen leuchtendem Weihnachtsstern und den tiefen Schatten des Gelben Sterns durch den Besuch der Ausstellung nicht verdrängt werde sondern wach bleibe.