Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest
Studienreisen durch die Städte Deutschlands, die von kultureller und historischer Weltgeltung sind, sind bereits zu einem untrennbaren Bestandteil der gemeinsamen Arbeit des Vereins der Aussiedler VISION e.V. und des Frauenklubs des Integrationsprojektes BALL e.V. - „Aussiedler orientieren Aussiedler" (AoA, Golliner Straße 4, 12689 Berlin, Tel.: 93493899) geworden. Der Zusatz „Studien-" hat im Kontext dieser Initiative einen durchaus defi nierten Sinn: Vor jeder Reise haben alle Interessenten die Möglichkeit, sich bei speziellen Zusammenkünften, die vom Frauenklub durchgeführt werden, detailliert mit den Besonderheiten des Zielortes der Reise, mit seiner kulturellen Stellung in der Geschichte Deutschlands vertraut zu machen. Sie können speziell ausgewählte Literatur oder Auszüge aus dem Internet lesen und durcharbeiten. Häufig werden Fachleute eingeladen: Kulturwissenschaftler, Historiker, Literaten. Auf diese Weise erhalten die Reisen mehr Inhalt, und die Teilnehmer selbst erlangen Kenntnisse und Informationen, die sowohl für die eigene Allgemeinbildung von Bedeutung sind als auch für die Integration. Die Studienreisen werden für alle Interessenten an Wochenenden durchgeführt. Viele fahren mit ihren Familien, Freunden und Bekannten. Auch das dient der ungezwungenen, freundlichen Kommunikation, dem Knüpfen neuer Freundschaften und Bekanntschaften. Sowohl unter den Migranten als auch unter den Spätaussiedlern und einheimischen Bürgern. Nach ihrer Integration und Reisen durch Deutschland einhelligen Meinung hinterließen die Reisen in die mittelalterlichen Städte Sachsen-Anhalts, insbesondere nach Wernigerode und Quedlinburg im Harz, einen unauslöschlichen Eindruck. Zuvor hatte bereits eine ebenso interessante Reise nach Weimar stattgefunden. Diese gemeinsame Initiative wurde auch vom Aktionsfonds Marzahn-NordWest unterstützt, der Mittel für die anteilige Deckung der Kosten beispielsweise für die Harzreise zur Verfügung stellte. Immer größerer Beliebtheit unter den Migranten erfreuen sich die Stadtspaziergänge durch ihren Heimatbezirk Marzahn-Hellersdorf, die mit der Möglichkeit verbunden sind, Elemente der deutschen Alltagssprache zu trainieren. All das illustriert anschaulich, dass das Potenzial der Integrationsarbeit im Stadtteil bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist, wenn man kreativ damit umgeht. A.V.