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Ein Beratungsmarathon erwartete die Quartiersratsmitglieder am 20. Januar, denn ihnen lagen 22 Anträge zur Beschlussfassung vor. Diesmal wurden sie von einer Kamera begleitet, der französische Info- und Dokukanal LCB filmte die Beratung für einen Beitrag über die Arbeit von Quartiersmanagements, ein Thema, das in Frankreich auf zunehmendes Interesse stößt. Als erstes stand das Projekt „Wohnen im Kiez mit Aussiedlern – AoA“ vom Träger Ball e.V. zur Debatte. Es soll einen Beitrag zur schnelleren Integration der Aus- und Spätaussiedler leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst leben in Marzahn und können so eigene Erfahrungen weitergeben. Sie wollen mehr Beratungs- und Betreuungsleistungen sowie Veranstal tungen anbieten, konkrete Unterstützung zum Einleben im Kiez leisten sowie das ehrenamtliche Engagement und Selbsthilfepotential aktivieren. Dem Antrag wurde zugestimmt. Ebenso Zustimmung fand ein weiteres Projekt von Ball e. V., die „Elternschule“ zur besseren Integration der Kinder von Spätaussiedlern mit Sprachdefi ziten in der Schule und Arbeit mit deren Eltern. Das 2005 angelaufene Projekt in Kooperation mit der Falken-Grundschule zeigte bereits erste gute Ergebnisse und soll deshalb weitergeführt werden. Ebenfalls gut gelaufen ist das Projekt „Zukunftsdiplom“ von JAO e.V. Es wurde von rund 700 Kindern und 150 Erwachsenen genutzt. Aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres wird künftig die Organisation der Veranstaltungen verbessert. Das Projekt ist eine Kooperation von Kinderring Berlin e.V., Jugendhaus UNO, Kiek in e.V., Kulturring in Berlin e.V., JAO e.V., Stadtteilbüro der Jugendarbeit Marzahn-NordWest und dem Koordinator der Lokalen Agenda 21 in Zusammenarbeit mit der Quartiersagentur Marzahn-NordWest. Der Förderung des Projekts stimmte der Quartiersrat zu. Gefördert wird 2007 auch das Projekt „Dialog der Kulturen“ von der Urban Consult gGmbH. Jugendliche sollen für andere Sprachen interessiert und bei deren Erwerb gefördert werden, europäische Nachbarländer auf vielfältige, zum Teil auch künstlerische Weise und mit Musik kennen und verstehen lernen und sich für fremde Kulturen öffnen. Als Kooperationspartner konnten die Karl-Ferdinand-Braun- und die Johann-Julius-Hecker-Oberschule, die Paavo-Nurmi-Grundschule, der Schülerclub „Yellow Blue“ sowie die Thüringen-Oberschule in Marzahn-Mitte gewonnen werden. Weiter erscheinen kann die Jugendzeitung „Blue Box“, betreut von der Urban Consult gGmbH. Neben den Redakteuren vom Schülerklub der Hauptschule arbeiten junge Autoren aus Jugendeinrichtungen wie Outreach, dem Kinderkeller, dem Klub „Mehrweg“, der Johann-Julius-Hecker-OS und der Thüringen-OS mit. Die engagierte Arbeit des Redaktionsteams wurde 2006 mit einer Nominierung für den Wettbewerb „MediaMax“ gewürdigt. Bestätigt wurde das Projekt „Konversationskurse für vietnamesische Mitbürgerinnen und Mitbürger“ von der Urban Consult gGmbH. Das Interesse ist groß im Stadtteil, bereits jetzt gibt es erste Anmeldungen. Besonders schätzen die Teilnehmer den praxisbezogenen Unterricht, der ihnen das Erlernen der ja nicht gerade einfachen deutschen Sprache erleichtert. Sprachprobleme haben auch Kinder von neu zugezogenen Spätaussiedlerfamilien, da die staatlichen Einbürgerungshilfen drastisch reduziert wurden. Für sie gibt es in der Selma-Lagerlöf- und der Ebereschen-Grundschule „Deutschunterricht“ von Frau Mittelstädt, deren Projekt vom Quartiersrat befürwortet wurde. Neben der Sprachförderung werden auch die Eltern in verschiedenen Fragen unterstützt, in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern. Für ein weiteres Jahr wird die „Kiezmentorin“ das Internetportal des Stadtteils pflegen, Internet-Einführungskurse anbieten und die Öffentlichkeitsarbeit für Marzahn NordWest unterstützen. Auch der „Infoladen“ in der Flämingstraße 118 ist für dieses Jahr gesichert, als Anlaufstelle für Bewohner, Versammlungsraum für Initiativen und Gruppen und kostenloser Internetzugang für die Nordmarzahner. Der Quartiersrat beauftragte den Träger UrbanPlan GmbH, die Aufgaben der Honorarkraft im Laden zu modifizieren und eventuell zu erweitern, beispielsweise um die Pflege der Infosäulen. In Zeiten von Internet und Playstation, wo Kinder kaum noch eine Beziehung zur Natur besitzen, bietet der Abenteuerspielplatz in Marzahn Nord einen Erfahrungsraum für kleine Projekte, in denen Kinder spielerisch etwas über die Zusammenhänge in Natur und Umwelt lernen und mit Erde, Feuer, Wasser und Luft experimentieren können. Deshalb gab der Quartiersrat dem Projekt „Spielend in der Natur lernen“ von der Spielplatzinitiative Berlin e.V. seine Zustimmung. Sportbegeistert sind die Kids im Kiez nicht erst seit der Fußball-WM, das zeigt das erfolgreiche Projekt „Kiezsport“ von Kiek in e.V. seit einigen Jahren. Der Quartiersrat bewilligte auch für 2007 Mittel, damit sich nicht nur die jüngsten Bewohner, sondern auch ältere und ganze Familien in verschiedenen Einrichtungen im Stadtteil sportlich betätigen können, zum Beispiel beim Turnen, Boccia, Ringhockey oder Krocket. Das „Selbstlernzentrum für junge Mütter und Väter“ der ABU gGmbH will Eigeninitiative und Selbstorganisation der jungen Eltern auf freiwilliger Basis fördern und ihre Sozial- und Personalkompetenzen stärken. Das bereits laufende Projekt konnte im vergangenen Jahr einige der Teilnehmerinnen – bis jetzt nur junge Mütter – in Jobs und Lehrstellen vermitteln. Mit der Bewilligung des Quartiersrates kann die Arbeit fortgeführt werden. Positiv bewertet wurde das Projekt „Integrative Elternarbeit in den Kitas Jahresuhr und Rabennest“ von JAO e.V., das Eltern von nicht deutschen Kindern unterstützt, individuelle Beratungen zum Beispiel bei Erziehungsproblemen, zur Sauberkeitserziehung, zu Kinderrechten und zum Umgang mit dem Sprachlerntagebuch anbietet und auch bei Elternversammlungen Dolmetscher zur Verfügung stellt. Fast ungläubig hörten die Quartiersratsmitglieder bei der Vorstellung der „Gesundheitsprojekte in den Kitas von Marzahn-Hellersdorf“, betreut von der UrbanPlan GmbH, dass es zunehmend Kinder mit gestörter Motorik gibt, mit Fehlernährung oder großen Defiziten in der täglichen Körperhygiene. Das Projekt will mit zusätzlichen Angeboten dagegen steuern, zum Beispiel mit Bewegungskursen für Kinder und Eltern und Beratungen zur gesunden Ernährung. Das Projekt „DanceHall Marzahn-Nordwest“ fand bei jungen Bewohnern sehr großen Zuspruch und zog zur Abschlussveranstaltung im Dezember 2006 Besucher aus ganz Berlin an. Es gibt inzwischen eine feste Break- und Streetdancegruppe, regelmäßig trainieren die Kinder und Jugendlichen in der Turnhalle der Ebereschen-Grundschule. Dem Antrag auf Weiterführung wurde zugestimmt. Bewilligt wurde auch der „Kochkurs für Eltern – Heiße Töpfe, Coole Köche“ vom Kinder- und Jugendhilfezentrum Marzahn-Nord, in dem Kinderprodukte getestet, die Grundpfeiler der Kinderkost erläutert sowie Grundsätze für ein optimales Familienessen vermittelt werden. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 45 Eltern an den Kochkursen teil und probierten mehr als 50 Rezepte aus. Dem Kiez würde etwas fehlen ohne das Stadtteilfest „Fünf Kontinente zu Gast in Marzahn-NordWest“ mit dem Träger Vision e.V., und so bestätigte die Quartiersrunde auch dieses Projekt. Allein rund 3000 Besucher waren im vorigen Jahr dabei, als Künstler aus aller Welt und dem Bezirk und viele engagierte Akteure aus dem Kiez das bunte Fest zu einem Erlebnis machten. Das „Anti-Gewalt-Training“ des Anti-Gewalt-Zentrums Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Nils-Holgersson-Schule und der Karl-Ferdinand-Braun-Oberschule hatte 2006 erste Früchte getragen. Die spezifi schen Probleme von lernbehinderten Schülern macht es jedoch erforderlich, das Projekt für die Nils-Holgersson-Schule weiterzuführen. Dem stimmte der Quartiersrat zu. Im Clara-Zetkin-Park wird seit einiger Zeit kräftig gebuddelt, und damit der dritte Bauabschnitt auch in diesem Jahr fertig gestellt werden kann, wurde das Projekt „Qualifizierung Clara-Zetkin-Park, 3. BA“ der UrbanPlan GmbH bewilligt. Ob Trommelkurs oder neue Unterrichtsmaterialien – in den Schulen des Stadtteils gibt es zahlreiche kleinere Vorhaben, die aus dem Fördertopf „Projektmittel für Schulen“, Träger ist die UrbanPlan GmbH, gefördert werden sollen. Die Schulen bekommen eine bestimmte Summe zugewiesen und entwickeln dann eigene Projekte je nach Bedarf. Dafür gab es vom Quartiersrat auch Zustimmung. Da ein Projekt zur Straßenbegrünung vom Antragsteller zurückgezogen wurde, bekommt die Ebereschen-Grundschule die dafür bestimmten Mittel, beschloss der Quartiersrat. Damit kann das bestätigte Vorhaben „Schulhofgestaltung Ebereschen-Grundschule“ der UrbanPlan GmbH noch ausgebaut werden. Der betonierte Schulhof soll entsiegelt und begrünt werden, mit Sitzecke und neuem Spielplatz. Nach einem leckeren Mittagessen und dem Nachmittagskuchen, vorbereitet vom NBH „Kiek in“, verständigten sich die Quartiersratsmitglieder über die Aufgaben für 2007. Frau Dubsky von der QuartiersAgentur informierte über neue Modalitäten bei der Mittelvergabe und -abrechnung. Vom Bewohnerbeirat kam der Vorschlag, bei der nächsten Zusammenkunft über Wünsche und Vorschläge der Bewohner zu diskutieren, die beim Stadtteilfest zusammengetragen wurden. ReF