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„Nur aktive Eltern können der Schlüssel zur erfolgreichen Integration ihrer Kinder sein" - das ist die Devise des Projektes „Elternschule", das bereits seit zwei Jahren an der Falken-Grundschule in Kooperation mit der QuartiersAgentur Marzahn-NordWest verwirklicht wird. Die Falken-Schule ist einzigartig. Ein Viertel der Schüler hier sind Kinder von Spätaussiedlern. Insgesamt sind es ungefähr 50. Nach den Worten der Schuldirektorin Jutta Höxtermann hat ein großer Teil der Aussiedlerkinder keine ernsthaften Probleme beim Lernen und unterscheidet sich nicht von einheimischen Schülern. Es gibt jedoch auch solche, bei denen die Integration relativ schwierig verläuft. Dabei sind die ungenügenden Deutschkenntnisse dieser Schüler lediglich eines von vielen Problemen, mit denen die Lehrer der Falken-Schule konfrontiert sind. Ein wesentlich größeres Problem ist, dass man nicht auf die Unterstützung durch die Eltern bauen kann. Denn viele dieser Eltern beherrschen die deutsche Sprache nicht oder nehmen die Ausbildung ihrer Kinder auf die leichte Schulter. Genau deshalb hat Jutta Höxtermann die Initiative ergriffen und für einen russischsprachigen Vermittler in der Schule gesorgt. So kam vor zwei Jahren Irma Feiler in die Schule, eine Aussiedlerin, die von Hause aus Pädagogin ist. Sie wurde zum Bindeglied zwischen den Lehrern einerseits und den Schülern und ihren Eltern andererseits. Irmas wichtigste Aufgabe ist die Arbeit mit den Eltern „schwieriger" Schüler, mit denen es den Lehrern nicht gelingt, in Kontakt zu treten. Irma erzählt, dass die Eltern zunächst auch zu ihr nur ungern den Kontakt aufgebaut haben. Eine der Mütter hat zugegeben, dass sie Angst habe, ausgelacht zu werden. Sie fürchtete Äußerungen wie „Sie wissen ja nicht einmal die einfachsten Dinge" und habe deshalb lieber geschwiegen. Nach Irmas Ansicht hängt davon, welche Einstellung die Eltern zur Ausbildung ihrer Kinder haben, auch ab, wie sich Letztere in der Schule verhalten und welche Erfolge sie beim Lernen erzielen. Jetzt hat sich die Situation geändert, die Eltern reißen sich um die Vermittlerin, wenn es darum geht, dass sie als Dolmetscherin beim Gespräch mit einem Lehrer oder mit dem Jugendamt fungieren soll, oder wenn es zum Beispiel darum geht, welche Schulempfehlung das Kind nach Beendigung der Grundschule erhält. Außerdem gehört zu Irmas Pflichten die möglichst vielseitige Unterstützung jener Schüler, die die deutsche Sprache nur sehr schlecht beherrschen. Leider ist das Projekt „Elternschule" das Einzige seiner Art. Obwohl in Marzahn viele Aussiedler leben, gibt es an keiner anderen Schule solche Sprach- und Kulturmittlerin wie Irma Feiler, die bereit ist, schwierige Situationen für die Aussiedler zu lösen. In dieser Beziehung haben die Aussiedler der Falken-Schule Glück gehabt.
Alexander Reimer