Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Es gibt immer einen Weg

Unterstützung in familiären Konfliktsituationen

Es gibt viele verschiedene konfliktreiche Familiensituationen, unter denen Kinder leiden können. Eine davon ist beispielsweise häusliche Gewalt. Die landläufige Meinung, Probleme in der Familie seien „reine Familienangelegenheit" und gingen Außenstehende nichts an, ist immer noch stark verbreitet. Dies macht es besonders den Familienmitgliedern, die unter der Situation leiden schwer, sich an professionelle Helfer/innen zu wenden. Dennoch sind viele dieser Menschen dankbar für Hilfe, wenn ihnen ein leichter Zugang zu ihr eröffnet wird. Nachbarschaftshäuser können dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Eingebettet in unterschiedliche Angebote für alle Menschen im Kiez gibt es Ansprechpartner/innen, die ein offenes Ohr haben und weiter helfen - ein Beispiel ist Frau Meier (Name geändert). Frau Meier hatte sich im Sommer 2006 nach langem Streit von ihrem Partner getrennt und musste aus Angst vor körperlichen Übergriffen fluchtartig die Wohnung verlassen - mit ihr ihre 6jährige Tochter. Diese musste miterleben, wie ihre Mutter vom Ex-Partner mit Anrufen und SMS massiv bedroht wurde und sich nicht mehr in ihre Wohnung zurück traute. Mutter und Tochter lebten zwangsläufig ohne polizeiliche Anmeldung bei unterschiedlichen Bekannten. In dieser schwierigen Situation fand Frau Meier den Weg ins Nachbarschaftshaus „Kiek in", weil sie von einer Freundin gehört hatte, dass man dort unkompliziert unterstützt wird. Sie führte ein vertrauensvolles Gespräch mit einer Mitarbeiterin im Nachbarschaftshaus, die sie zu Frau Stahl von der Kontakt- und Netzwerkstelle für familiäre Konfliktsituationen (ehem. Netzwerkstelle Gewalt in der Familie) brachte. Frau Stahl sitzt im Nachbarschaftshaus einen Stock höher. Gemeinsam gelang es ihnen, die Tochter trotz fehlender polizeilicher Anmeldung als Gastkind an einer mit unserem Träger kooperierenden Grundschule anzumelden und damit wieder einen geregelten Tagesablauf für das Kind zu schaffen. Auch bei anderen Aufgaben erwies sich das von Frau Stahl koordinierte Netzwerk gegen Gewalt in der Familie als hilfreich. Sie konnte ihre Kontakte bspw. bei der aufgrund bestehender Mietschulden schwierigen Wohnungssuche und bei der Ummeldung im JobCenter erfolgreich nutzen. Frau Meier wohnt jetzt mit ihrer Tochter in einer eigenen Wohnung in unserem Stadtteil und kann sich wieder auf ihre berufliche Zukunftsplanung konzentrieren.

Kontakt: Birke Stahl,
Telefon: 93432752, (bitte Nachricht auf AB)