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Das Haus mit den toten Augen

NORDWEST (am) . Bedrohlich wirkt der Anblick des Hauses mit den toten Augen an der Schorfheidestraße. Denn diesmal wird hier nicht mehr saniert, sondern „abgebrochen", wie es in der Fachsprache heißt. Auch die Mieter der beiden Sechsgeschosser an der Golliner und Kölpiner Straße sind betroffen. Doch nicht alle wollen sich mit ihrem Schicksal abfinden. Gut zwei Monate nach der WBG-Aufforderung, bis Ende Oktober ihre Wohnungen zu verlassen, trafen sich einige Familien mit der Mieterschutzinitiative Marzahn-NordWest. Ihre Haltung ist zwiespältig. Ein Teil der Mieter hat sich unverzüglich auf die Wohnungssuche begeben und bereits Umzugsvorkehrungen getroffen. Andere lassen sich noch Zeit und besinnen sich auf ihr eigenes Leben. „Wir haben hier zwanzig Jahre unseres Lebens verbracht, unsere Kinder groß gezogen und denken jetzt über die zweite Lebenshälfte nach. Wir hätten gerne altersgerechte Wohnungen, unsere Kinder wollen eigenen bezahlbaren Wohnraum haben", erklärt eine Mieterin. Schon der Anbau eines Fahrstuhles, so die Mieter, würde für viele die Situation verbessern und eine Vermietung der oberen Stockwerke ermöglichen. Denn von den etwa 130 Wohnungen in den beiden Sechsgeschossern sind noch 40 bewohnt. Petra Oelsner vom Bewohnerbeirat informierte über den Protestbrief an die DEGEWO und dessen Beantwortung durch die landeseigene Wohnungsgesellschaft. „Wir werden jetzt so schnell wie möglich ein Gespräch vereinbaren, um zu sehen, wie wir weiter vorgehen wollen", sagte Frau Oelsner. Die Mieter sollten sich nicht vereinzeln lassen, denn so wären sie besser auszumanövrieren. Auch Frau Junge aus dem Cecilienviertel war zu der Runde gekommen. Sie kämpft mit 240 Unterschriften im Rücken für die Sanierung des Hauses Cecilienstraße 2 bis 8, das die WBG Marzahn entgegen bisherigen Planungen nun ebenfalls komplett abreißen will. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Initiativen soll ausgebaut werden.