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Im Mai begehen wir alle den Muttertag. Das war ein guter Anlass, um mich mit Svetlana Hayduk zu treffen: Sie ist vor fünf Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden, sie und ihr Mann Iwan haben die Tochter Marie-Luisa bekommen. Das Treffen hat sich sozusagen von selbst ergeben, ist doch Svetlana eine jener Bewohnerinnen unseres Stadtteils, die sich aktiv ins gesellschaftliche Leben einbringen und sich bemühen, die auftretenden Probleme auf den verschiedensten Ebenen zu lösen. Es sei daran erinnert, dass sie dem Integrationsverein der Aussiedler in Berlin und Marzahn Vision e.V. vorsteht, Mitglied des Quartiersrates Marzahn-Nordwest ist und regelmäßig an den Sitzungen des Aktionsfonds der QuartiersAgentur Marzahn-NordWest teilnimmt. Vor der Geburt ihres zweiten Kindes hat sie noch aktiv im Bewohnerbeirat gearbeitet. Woher nimmt eine junge Mutter so viel Kraft und Energie? „Ich bin einfach von Natur aus ein aktiver, kommunikativer Mensch. Das hilft mir in vielen Fällen, meinen Optimismus zu behalten", sagte Svetlana und wartete mit der Initiative auf, in Marzahn-NordWest einen Tag der jungen Mütter zu veranstalten. „Das wäre sehr schön, wenn sich die Mütter und ihre Kinder zusammenfinden können, wobei sie nicht in Migrantinnen und Einheimische getrennt wären, sondern sich unterhielten und die Freuden teilten, die uns die Kinder schenken." Svetlana selbst ist in einer kinderreichen Familie aufgewachsen, sie hat noch fünf Brüder und zwei Schwestern. Nach Deutschland kam die Familie Hayduk 2002. Sie sind gleich nach Marzahn gezogen, was sie bis heute nicht bereut haben. „Wir sind hier zuhause", bemerkt Svetlana. Von Beruf ist sie Biologie- und Chemielehrerin, doch ihr Hochschuldiplom, das sie in der Ukraine erworben hat, ist nur teilweise anerkannt. So hat sie nicht das Recht, in ihrem Beruf zu arbeiten. Doch Svetlana ließ sich nicht entmutigen: Da der Wunsch und die Berufung, mit Kindern zu arbeiten, geblieben sind, hat sie einen Kinderklub beim Projekt „AoA" (BALL e.V.) organisiert. Bei allem hilft ihr der Mann: „Iwan ist einfach der ideale Ehemann. Er ist immer an meiner Seite und unterstützt mich. Deshalb bin ich glücklich. So komme ich mit allen häuslichen und gesellschaftlichen Aufgaben zurecht." Was versteht die Familie Hayduk unter Integration? „Ich denke, dass Integration von einem Menschen bestimmte Anstrengungen erfordert. Man muss das Leben der Gesellschaft leben, in der man sich befi ndet. Die Migranten selbst müssen den Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung suchen. Schließlich werden unsere Kinder auf demselben Spielplatz spielen, und alles fängt beim gemeinsamen Sandkasten im Kindergarten an. Denn unsere Kinder sind schon ‚deutsch', unabhängig vom Integrationsgrad ihrer Eltern. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt möchte ich allen Müttern viel Gesundheit und möglichst wenig Probleme bei der Erziehung jedes einzelnen ihrer ‚kleinen Wunder' wünschen, damit aus ihnen als Erwachsene gute Menschen werden." Mit diesen Worten beendete Svetlana Hayduk unser Gespräch, und sie hofft, dass ihre neue Initiative Zuspruch und Unterstützung finden wird.
L. Fischer
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