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für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Sauce teurer als der Braten?

Unter diesem Titel veröffentlichte NORDWEST in der Ausgabe 47 einen Artikel in Verantwortung der Redaktion „Nachbarn" zum Stand der Befragung von SpätaussiedlerInnen im Spätsommer 2006. Bürgermeisterin Dagmar Pohle nahm dazu aktuell Stellung. Im September 2006 wurden in Marzahn-Hellersdorf 2989 Fragebogen an AussiedlerInnen mit der Bitte verteilt, Auskunft über ihre Lebenssituation, die soziale Integration und ihre Wünsche und Vorstellungen vom Zusammenleben zwischen AussiedlerInnen, AusländerInnen und einheimischen BewohnerInnen zu geben. Bis zum Jahresende kamen 14,6 % der verteilten Fragebögen beantwortet zurück, 13,3 % der Fragebögen waren auswertbar. Die ersten Ergebnisse konnte ich auf der Integrationskonferenz benennen. Bis Ende Juni werden die Ergebnisse durch das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum und das Bezirksamt vorgestellt. Das ist für eine wissenschaftliche Untersuchung eine gute Frist, die jetzt konzentriert abgeschlossen wird. Die meisten AussiedlerInnen sind weniger als zehn Jahre in Deutschland, die Befragten kommen überwiegend aus größeren Städten. Nur 21 % kommen vom Dorf, als Herkunftsland überwiegen die Russische Föderation und Kasachstan. Die Familienstrukturen entsprechen denen der einheimischen Bevölkerung. Die Befragten weisen gute Bildungs- und Qualifikationsabschlüsse aus, letztere sind aber in Deutschland meist nicht anerkannt. 66 % der 25- bis 39-Jährigen haben diese Frage negativ beantwortet. Zum Zeitpunkt der Befragung waren ca. 50 % der Befragten arbeitslos, von denen 33 % in Umschulung waren und 6 % eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung hatten. Insgesamt zeigt sich, dass die größten Konfliktlagen aus Arbeitslosigkeit und Hartz IV resultieren. Die aktuelle Lebenszufriedenheit wird maßgeblich durch die Position auf dem Arbeitsmarkt bestimmt. Es zeigt sich, dass die Zufriedenheit bezüglich Arbeit, Zukunftsaussichten und Verhältnis von Löhnen und Preisen im Trend mit der Zufriedenheit der einheimischen Bevölkerung übereinstimmt, aber oft drastischer bewertet wird. Dabei zeigt der Vergleich mit der alten Heimat, dass sich in den Lebensbedingungen vieles positiv verändert hat. Es gibt heute eine höhere Zufriedenheit mit der persönlichen und sozialen Sicherheit, der Umwelt, der Freizeitgestaltung, dem Gesundheitswesen, der Tätigkeit der Behörden. Eine höhere Zufriedenheit gab es in der alten Heimat mit der Arbeit, den Löhnen und Preisen und dem politischen Einfluss. Allerdings waren damals wie heute nur 18 % mit ihren Zukunftsaussichten zufrieden. Häufig werden positive zwischenmenschliche Beziehungen und Bildungschancen vermisst. Demnächst wird sich zeigen, ob „die Sauce teurer als der Braten ist..."