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Bäcker Feihl überzeugt mit Wurzelzwerg

Der Mittelständler aus Marzahn ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte

Harald Olitzsch

NORDWEST (am) . Wer über die Wolfener Straße nach Marzahn-West kommt, passiert Harry-Brot, aber erst kurz vor der Wuhle riecht man den Duft von Bäcker Feihl. So nah dran an unserem Stadtteil ist dieser Mittelstandsbäcker, dass man mehr über ihn wissen sollte. Geschäftsführer Harald Olitzsch hatte zu einem Ortstermin in die Wolfener Straße 29 geladen, um über sein Unternehmen zu informieren. Der Ursprung von Feihl liegt in Lindenberg. Im dortigen ehemaligen Betriebsteil des Backwarenkombinates Frankfurt/O. gingen ab Dezember 1991 die ersten Feihl-Schrippen über die Theke. In jener Zeit kamen viele westdeutsche Unternehmen in den Raum Berlin, um hier an einem vermeintlichen Boom teilzuhaben. „Der Bäcker Feihl" ist ein fränkisches Familienunternehmen und suchte hier eine geeignete Betriebsstätte. Dabei kam es auch mit Olitzsch in Kontakt, der eigentlich privater Bäcker in Weißensee war. Weil ihn aber die dortige Hausbesitzerin aus seiner Backstube vergrault hatte, war Olitzsch auf der Suche nach einer neuen Existenz. Nach längeren Verhandlungen hatte Olitzsch die Franken überzeugt. Er bekam im Dezember 1992 einen Geschäftsführervertrag und 250.000 DM Anschubfi nanzierung. Nach Startschwierigkeiten mit dem alten Lindenberger Team fand Olitzsch in die Erfolgsspur. Er wollte den Nordosten Berlins auf kurzem Weg mit frischen, qualitätshaltigen Backwaren versorgen. Dieser Weg erwies sich als richtig. Ab 1997 war Olitzsch klar, dass die Produktionsstätte Lindenberg zu klein ist. Ein neuer Standort wurde gesucht. Die Wolfener Straße war goldrichtig. Aber auch hier musste er komplizierte Verhandlungen mit dem Senat überstehen. Von einem Tag auf den anderen zog das Team im Oktober 1998 von Lindenberg nach Marzahn. Dort war die Backstube 200 qm groß, hier plötzlich 1500 qm. „Keiner wusste mehr, wohin er laufen sollte, es war ein Riesendurcheinander in unserer Backhalle", erinnert sich Olitzsch. Aber auch dieses Chaos wurde gemeistert. Heute hat der Bäcker Feihl in Berlin 24 Filialen. 35 Bäcker und mehr als 100 Verkaufskräfte arbeiten im Unternehmen. Längst erstreckt sich das Filialnetz von Marzahn und Hohenschönhausen über Lichtenberg bis nach Pankow, Wedding und Bernau sowie über den Potsdamer Platz nach Steglitz und Potsdam. Olitzsch hat noch manche Schnurre erzählt, aber stolz ist er auf seine Produkte Flotter Dreier, Wurzelzwerg und Feihls Kruste, fit 21 in der Büchse sowie ein Schweizer Brot, für das er eine Lizenz erwerben musste: das Pain paillasse - zu deutsch: Strohbrot. Es besticht durch seine unglaublich lockere Krume. Und noch ein Tipp von Olitzsch: eine gute Schrippe darf nie älter als zwei Stunden sein und nicht billiger als 20 Cent. Probieren Sie mal Feihls tolle Produkte.