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NORDWEST (am) . Mehr als ein Vierteljahr nach der bewegten Mieterversammlung am 1. Februar zur Zukunft des Schorfheideviertels (NORDWEST berichtete in Ausgabe 45) kam es nun zu einem Gipfeltreffen zwischen Bürgern und dem Vorstand der landeseigenen DEGEWO. Eingeladen hatten Bewohnerbeirat und Mieterschutzinitiative Marzahn-NordWest. Die Atmosphäre war emotional, aber sachorientiert. Vorstandsvorsitzender Frank Bielka machte sofort klar, dass an der Entscheidung des Abrisses der beiden Sechsgeschosser in der Kölpiner und Golliner Straße überhaupt nicht gerüttelt werde. Er sehe den Abriss städtebaulich nicht als ideal an, aber Sachzwängen müsse man sich beugen. „Die Ahrensfelder Terrassen lassen sich nicht multiplizieren!" Die Mieter argumentierten anders. „Wir leben seit zwanzig Jahren in diesen Häusern und geben nicht gleich auf. Unsere Kinder wollen hier bleiben und suchen bald eine eigene Wohnung. Bitte berücksichtigen Sie diese Fakten." In der Tat hat sich die demografi sche Situation in Marzahn-Nord-West in den letzen vier Jahren stabilisiert. Hier leben konstant mehr als 22.000 Menschen, von diesen sind 7.500 nicht älter als 25 Jahre. Das sind hoffnungsfrohe Fakten, die man in der Wohnungspolitik jetzt berücksichtigen muss. Darüber hinaus können sich viele Menschen keine teure Wohnung leisten, müssen die Grenzen, die Hartz IV setzt, beachten. Deshalb bat der Sprecher der Mieterschutzinitiative Günter Beckert den Vorstand: „Sag niemals nie!" Um endlich wieder sachorientiert ins Gespräch zu kommen, schlug Beckert eine Diskussionsrunde zum Ahrensfelder Viertel vor. Nun kann die WBG Marzahn beweisen, dass ihr an einer Zusammenarbeit mit den Mietern gelegen ist. Sie hatte den Vorwurf, soziale Kälte ins Quartier getragen zu haben, energisch zurück gewiesen. Das Treffen hat bezeugt, dass es in Marzahn-NordWest eine funktionierende Bürgergesellschaft gibt. Und es gibt einen Vorstandsvorsitzenden der DEGEWO, der zuhört. Daraus muss Konstruktives entstehen. Denn schon gibt es Anzeichen für ein Zerbröseln der dienstleistenden Infrastruktur: die extra-Kaufhalle mit der Postfiliale in der Rosenbecker Straße wird schließen, das Eichencenter vergrault seine Mieter ... Wird bald der Straßenbahntakt ausgedünnt?