Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

„Heimat in der Fremde“ - noch viele Fragen sind offen...

Impressionen vom Markt der Möglichkeiten

Der Markt der Möglichkeiten, der im Mai in den Räumlichkeiten des Vereins Kiek in e.V. durchgeführt wurde und Bestandteil der Erarbeitung des Integrationsplans Marzahn-NordWest 2011 war, hat den Integrationsprojekten des Bezirks eine reale Möglichkeit geboten sich vorzustellen. Die Messe wurde von der Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Frau Dagmar Pohle, eröffnet. Sie unterstrich die Bedeutung der Integrationsarbeit und einer solchen „Ansammlung" von Initiativen gerade in unserem Bezirk, wo „die Vielschichtigkeit der Kulturen und verschiedenen nationalen Traditionen" allgegenwärtig ist. Das konnte man auch mit eigenen Augen auf der Messe sehen: der Verein vietnamesischer MigrantInnen Reistrommel e.V. breitete im wahrsten Sinne des Wortes den Teppich der Freundschaft aus, auf dem man aus Tonschüsselchen Tee trinken konnte, Aussiedlerinnen von Vision e.V. zeigten Handarbeitserzeugnisse, hergestellt in Makramee-Technik, die im Frauenklub entstanden sind. Junge Leute aus dem Projekt „Fit für Bildung" (berlinpolis) erzählten über das auf die Jugend ausgerichtete Projekt „Politik für morgen". Von den Möglichkeiten, die Kiek in e.V. Berlin, Caritas und andere bieten, zeugten eindrucksvoll Plakate und Informationsmaterialien. Der Stand des neuen Vereins „Interkultureller Garten" war voll von Fotos und lud unter dem Motto „Hier kannst du den Traumgarten malen" die Jüngsten zum Zeichnen ein. Einen schönen Auftritt zeigten die vietnamesischen Kinder, als sie den Tanz des goldenen Drachens vorstellten. Die Schützlinge von Natalia Sudnikowic (Tschechow-Theater) hatten Szenen aus Theaterstücken vorbereitet und nahmen die Gäste sowohl durch ihre künstlerischen Fähigkeiten als auch durch die wunderschönen Kostüme für sich ein. Auf dem Programm standen auch Filmvorführungen und Modenschauen. Doch das war nicht das Einzige, auch wenn es in der Regel zu allen derartigen Veranstaltungen gehört. Wichtige und ernsthafte Themen wurden aufgegriffen, die mit der Zukunft des Lebens der Migranten im Bezirk, in Berlin und in Deutschland zusammenhängen. Ein reges Interesse rief zum Beispiel eine Diskussion im Presseclub hervor, deren Thema war: „Russischsprachige Medien - Hemmnis oder Förderung von Integration?" Gäste des Presseclubs waren die in russischsprachigen Kreisen bekannten Journalisten Svetlana Kouzmina von Radio MultiKulti und Alexander Reimer von der Zeitung „Europa-Express". Es „siegte" der Standpunkt, dass russischsprachige Zeitungen und Zeitschriften sowie Sendungen in Radio und Fernsehen keinesfalls die Integration behindern, wenn sie keinen Ersatz für deutsche Massenmedien darstellen, sondern diese ergänzen. Gefallen hat den Teilnehmern der Messe auch ein ernster Film des jungen Dokumentarfilmregisseurs Eugen Schlegel, der selbst seiner Herkunft nach Russlanddeutscher ist. In dem Film „Heimat in der Fremde" stellt er die Fragen, die den Migranten am meisten unter den Nägeln brennen und für sie am schmerzhaftesten sind. Zum Beispiel: „Wie lebt man sich unter Fremden ein?" Das alles zeigt, dass die Atmosphäre des Festes nicht daran gehindert hat, ernste Themen zu besprechen, sich zu unterhalten, Ideen und Pläne auszutauschen, was auch das wichtigste Ziel dieser Messe war.

L. Fischer

Impressionen vom Markt der Möglichkeiten

Bei den Diskussionen auf der Integrationskonferenz
Bei den Diskussionen auf der Integrationskonferenz