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Den ersten Jahrestag seines Bestehens ...

...feierte Anfang Juni das Projekt „Interkultureller Garten in Marzahn“ e.V.“

So sah der Garten vor einem Jahr aus ...
So sah der Garten vor einem Jahr aus ...
Das ist er heute ... Fotos: A. Reiser
Das ist er heute ... Fotos: A. Reiser

Vor einem Jahr war hier, bildlich gesprochen, noch Wüste: Die Ruinen eines abgerissenen ehemaligen Kindergartens, Bulldozer und aufgewühlte Erde. Jetzt findet man hier liebevoll gepflegte Grundstücke, Wiesen, einen Teich, ein rosenbewachsenes Gemeinschaftshaus und Freiflächen zum Grillen und für Versammlungen. Der Kleingartenverein ist gerade ein Jahr alt, aber was hat es in dieser Zeit nicht alles gegeben... Der Verein „Interkultureller Garten Marzahn e.V." wurde gegründet und eingetragen, er hat es geschafft, das Anfangsstadium zu überstehen, eine tiefe innere Krise zu bewältigen und die natürlichen Wachstumsschwierigkeiten zu überwinden. In diesem einen Jahr waren hier schon Delegationen aus verschiedenen europäischen Ländern, aus Italien, Schweden, Frankreich, Finnland und England, um sich alles anzusehen und vielleicht die Erfahrungen dieses ungewöhnlichen Projektes zu übernehmen. Häufige Besucher waren auch die Praktikanten Berliner Hochschulen, zukünftige Sozialpädagogen, für die der Garten ein „Versuchsfeld" für das Studium von Integrationsprozessen in der Praxis ist. Es sei daran erinnert, dass zur Teilnahme an dem Projekt sowohl Migranten als auch Bürger des Stadtteils aus den nahe gelegenen Häusern aufgerufen worden waren. Viele hatten Interesse bekundet. Unter ihnen war auch Marianne Backofen, die nach der einhelligen Meinung der Projektteilnehmer schon der gute Geist des Kollektivs geworden ist. Mit viel Lebenserfahrung, innerer Selbstbeherrschung und Einfühlungsvermögen für die Menschen ist es ihr gelungen, die Konflikte beizulegen, die in der ersten Phase des Sichaneinander-Gewöhnens mitunter aufgetreten sind. Die Teilnehmer des Projektes verwendeten auch viel Energie auf die Organisation ihres ersten gemeinsamen Festes, des Jahrestages des Interkulturellen Gartens. Es wurde ein Ablaufplan erarbeitet, zu dem auch ein Kinderfest gehörte, die Begrüßung von Gästen und eine große Festtafel. Extra für die Kinder wurde sogar ein echtes Pferd herbeigeschafft. Sie standen Schlange, um auf dieser weißen Schönheit durch den Garten zu reiten. Jetzt nehmen neben den einheimischen Deutschen auch Aussiedler aus Russland und Kasachstan an dem Projekt teil, vietnamesisch-deutsche Familien und eine kroatisch-rumänische Familie. Alle unterstreichen, dass die Teilnahme an dem Projekt ihre Lebensqualität erhöht hat und dass es ihnen leichter fällt, sich in Deutschland einzuleben. „Nach und nach werden wir Migranten und Nichtmigranten zu einer großen Familie", sagt Lidija Scheffner, die vor kurzem in den Vereinsvorstand gewählt wurde.

T. Frank