Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Vier Nationen in der European City in Schlowe

Parlament

Dank der Förderung durch das Quartiesmanagement Marzahn-NordWest nahmen 15 Kinder und Jugendliche aus unserem Stadtteil, darunter sechs Kinder aus vietnamesischen, fünf aus Spätaussiedlerfamilien und vier aus einheimischen Familien am vom KINDERRING BERLIN e.V. organisierten Eurocamp 2007 in Berlin und Schlowe teil. Im Vorfeld gab es intensive Kontakte zwischen den Projekten von AOA, der Reistrommel und dem Kinderkeller Marzahn, um die Teilnehmer/innen gut auf die multikulturelle Begegnung einzustimmen. Insgesamt 75 Kinder aus Ungarn, Russland, mit vietnamesischen Wurzeln und aus verschiedenen Orten Deutschlands errichteten in einem schönen, naturbelassenen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, ihre eigene multikulturelle Stadt. Diese erhielt den wunderbaren Namen „La ville Schlowé". Was wäre aber wohl eine Stadt ohne Bürgermeister und Parlament? Gleich am ersten Tag konnten die Kinder kandidieren, jeder konnte sich zur Wahl stellen, der glaubte, diese Stadt regieren zu können. Am zweiten Tag wählten die Teilnehmer/innen einen Bürgermeister/in und das Parlament (s. Foto), welches alle zwei Tage tagte, um das Stadtleben zu organisieren und Beschlüsse zu fassen. Zur Bürgermeisterin wurde eine Marzahnerin aus NordWest gewählt: Nicole Nguyen. In der Stadt gab es einen Cityshop mit vielen kleinen Leckereien, in dem man nur mit stadteigener Währung „Schlowie" zahlen konnte, diese musste vorher bei der Bank getauscht werden. Beim Jobcenter konnte sich jeder einen interessanten Workshop aussuchen, dieser wurde jeden Vormittag veranstaltet. Die Auswahl der Workshops war groß. Es standen die Sprachschule, der Sportverein, die Kreativwerkstatt, die Pressestelle, der Koch-, Theater- oder Musikworkshop zur Verfügung. Verständigungsschwierigkeiten gab es dabei nicht. Auch bei der Nachtwanderung, dem Neptunfest, dem Geländespiel, Tagesausfl ügen, Sportfest und Stadtfesten zogen alle Ländergruppen an einem Strang, planten und arbeiteten zusammen. Die kulturellen Gegensätze ergänzten einander und so konnten alle von- und miteinander lernen. Einer der Höhepunkte des 12-tägigen Aufenthaltes war der internationale Tag. Die Ländergruppen gestalteten die Bungalows landestypisch und präsentierten kulturelle Sitten und Bräuche. Am Abend gab es ein großes internationales Buffet, welches die Gruppenleiter mit ihren Gruppen mühevoll zauberten. Die Kinder haben viele neue Erfahrungen gesammelt und neue Freundschaften gefunden. Viele davon werden auch über die Zeit des Eurocamps Bestand haben. Die multikulturelle Gruppe aus Marzahn-NordWest wird sich auch weiterhin treffen, Erfahrungen austauschen, gemeinsam viel über das Leben in Russland, Kasachstan, der Ukraine und Vietnam lernen und im Alltag in den Familien, in der Schule und in der Freizeit über das Erlebte und Gelernte berichten. JH