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Die Ordnung ist in guten Händen

NORDWEST (am) . Der Infoladen des Quartiersrates in der Flämingstraße 122 hatte erstmals zu einem Kiezgespräch geladen. „Ladeninhaber" Rolf Palisch will gelegentlich namhafte Gäste aus dem Bezirk begrüßen, um mit ihnen und den Bewohnern aktuelle Themen zu diskutieren. Als erste war Frau Dr. Gudrun Pioch zu Gast, die Leiterin des Veterinär-, Lebensmittelaufsichts-, Gewerbe- und Ordnungsamtes - abgekürzt vetlebord. Frau Dr. Pioch ist nicht gerade stadtbekannt, aber wer ihr gegenüber steht, wird sie nicht so schnell vergessen. Denn sie ist ungemein sachkundig und schlagfertig. Im Mittelpunkt der Diskussion standen zuerst die Hunde und ihre Hinterlassenschaften auf den Wiesen unseres Stadtteils. Frau Dr. Pioch würdigte die Initiative des Bewohnerbeirates und die Projektdurchführung „Hundeklo Picobello". Hunde seien ein spezielles Thema der Berliner, sagte die Amtsleiterin. „In keiner Stadt Deutschlands gibt es so viele Hunde, auch gemessen an der Bevölkerungszahl, wie in Berlin. Dazu kommen die sozialen Probleme in unserer Stadt. Das Ergebnis sind dann die Haufen." Sie rechnete vor, dass in Marzahn-Hellersdorf ca. 25.000 Hunde leben. Das bedeutet, dass jeder 10. Bürger Hundebesitzer ist! Nach ihrer Überzeugung ist damit die Grenze hygienischer Probleme erreicht. Auch in anderen Bezirken gebe es ähnliche Projekte wie bei uns. Nur würden sich dort Wohnungsbaugesellschaften um Sauberkeit in ihren Kiezen bemühen. Vorbildlich in Marzahn-Hellersdorf sei die Fortuna-Genossenschaft, die in ihren geschlossenen Höfen Hunden Auslauf bietet, wenn deren Besitzer mittels Tüten die Exkremente beräumen. In der Diskussion wurde der Standpunkt vertreten, dass sich subjektiv die Situation gebessert habe. Rolf Palisch meinte, dass die Hundebesitzer miteinander reden würden. „Daraus entwickeln sich Erziehungspotenziale!" Auch Direktoren dreier Grundschulen unterstützen die Arbeit, indem sie den Kindern den Sinn der Beutel erklärt hätten. Angesprochen auf die Präsenz des Ordnungsamtes in der Öffentlichkeit meinte Frau Dr. Pioch: „Wir haben 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst. Sie verfügen dabei über fünf PKW und vier Fahrräder. Ich denke, man sieht sie oft." Der Außendienst sei nicht wahllos unterwegs, sondern arbeite präventiv. Sie bat die Anwesenden: „Ruft nicht gleich nach dem Ordnungsdienst, versucht selbst bürgerschaftlich Verantwortung zu übernehmen!"