Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Aus der Schreibwerkstatt

„Marzahn im Griff(el)“

Unseren kleinen Kreis von schreibbegeisterten Marzahnern gibt es nun schon seit Februar 2001. Begebenheiten des Alltags spiegeln sich in unseren Kurzgeschichten wider, meistens schreiben wir spontan kleine Geschichten auf. Wenn Sie Lust haben kommen Sie doch einfach vorbei. Wir treffen uns ein- bis zweimal im Monat (meistens mittwochs) von 17.30 bis 19.00 Uhr im „Kiez-Treff", Ahrensfelder Chaussee 148, am S-Bahnhof Ahrensfelde. Weiteres erfahren Sie unter Tel.: 93665380. Heute lesen Sie eine Geschichte von Marianne Marquardt:

Kostbare Minuten

Es ist wie jeden Morgen, das schrille Läuten des Weckers reißt mich aus dem Tiefschlaf. Automatisch stelle ich den Klingelknopf ab. Jetzt bloß nicht wieder einschlafen, aber zum Aufstehen fehlt mir auch die Kraft. Fünf Minuten noch schlummern, sich noch ein bisschen räkeln und die Wärme des Bettes genießen. Ach, könnte ich doch einfach weiterschlafen. Wie gut haben es die Leute, die nicht so früh aufstehen müssen. Oder Urlaub wäre auch nicht schlecht. Einfach so in den Tag hineinleben, ausgiebig schlafen, frühstücken und faulenzen. Könnte ich mir nicht einfach freinehmen, egal was kommt? Ich schaffe es nicht, wach zu werden, also bleibe ich doch einfach liegen. Aber was wird mein Chef sagen, wenn ich nicht zur Arbeit komme? Und dann ist ja am Vormittag auch noch der wichtige Termin. Also muss ich wohl doch schnellstens aus dem Bett. Nur noch einmal auf die andere Seite drehen und zwei Sekunden die Ruhe auskosten. Jetzt aber raus, es ist höchste Zeit! Schlaftrunken taumle ich zum Bad, schalte das Radio an und höre gerade noch die Zeitansage. Es ist fünf Uhr zehn. Das gibt‘s doch gar nicht! Ein Blick auf die Badezimmeruhr gibt mir Gewissheit, es ist tatsächlich erst kurz nach fünf. Ich habe gestern Abend den Wecker falsch gestellt. Eine Stunde zu früh aufgestanden, das verzeihe ich mir nie!