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für den Stadtteil Marzahn-NordWest
Vor einem Jahr wurde von August bis September 2006 in Marzahn vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. (SFZ) eine standardisierte Befragung der Spätaussiedler durchgeführt. Ziel der Studie war es, Bürger und Bürgerinnen mit einem russischsprachigen Mirgrationshintergrund durch eigene Auskünfte zu ihrer sozialen Lage besser kennen zu lernen. Deren ausgewertete Ergebnisse wurden auf einem Pressegespräch am 24. August von der Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) sowie Dr. Hanna Haupt und Dr. Manfred Wockenfuß vom SFZ vorgestellt. Obwohl die Untersuchung nicht repräsentativ zu der Charakterisierung dieser Bevölkerungsgruppe ist, dient sie aber durchaus der Analyse von Problem- und Konfliktlagen der Aussiedler in Marzahn-Hellersdorf. So gaben 48 % der Befragten an, arbeitslos zu sein, was wohl auch mit dem zu tun hat, dass die Fragebögen meist in Projekten für Hilfesuchende verteilt wurden. Im Unterschied zu der einheimischen Bevölkerung waren überdurchschnittlich von der Arbeitslosigkeit Akademiker betroffen, weil ihre Abschlüsse nicht anerkannt werden. Dementsprechend war auch die Einkommenslage der Befragten: 34 % verfügten über ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze (das ist in Ostdeutschland die Hälfte des Durchschnittseinkommens von 1093 Euro, also 546 Euro), bei 56 % befand sich das Einkommen zwischen 546 Euro und 1093 Euro pro Person und nur bei 10 % lag es über dem Durchschnitt. Ein erfreulicheres Ergebnis konnte man bei dem Erlernen der deutschen Sprache feststellen. Waren es bei der Umsiedlung noch 40 %, die über schlechte Sprachkenntnisse verfügten, so gaben 74 % der mehr als 10 Jahre in Deutschland lebenden an, sich gut oder ausreichend in Deutsch verständigen zu können. Trotz aller Schwierigkeiten bei der Integration wollen immerhin 99 % für immer hier bleiben und nur ein Prozent will nach Russland zurückkehren. Zufrieden nach der Umsiedlung waren die Aussiedler vor allem mit ihrer persönlichen Sicherheit (55 %), Umweltsituation (55 %), Freizeitgestaltung (43 %), die größten Befürchtungen stellten dar die Angst, Bürger 2. Klasse in Deutschland zu werden (54 %), Angst vor den Behörden (52 %) und als Ausländer belästigt zu werden (36 %). Die Studie soll ab September auf der Internetseite des Bezirkes abrufbar und damit für jeden zugänglich sein.
A.R.