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Ein trauriger Gedenktag

Foto: A. Reiser
Foto: A. Reiser

Am 26. August versammelten sich auf dem Parkfriedhof Marzahn am Gedenkstein der Russen in Deutschland, dem Denkmal für die in der UdSSR in der Stalin-Zeit umgekommenen Deutschen, viele Aussiedler. Sie waren zusammengekommen, um mit einer Schweigeminute des 66. Jahrestages der Vertreibung der Deutschen in der UdSSR zu gedenken. Es ist schon seit langem Tradition, den 28. August als Gedenktag für die Russlanddeutschen, die Opfer der Stalinschen Repressionen geworden sind, zu begehen. (Am 28.8.1941 kam der Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR über die Deportation der sowjetischen Deutschen in die entlegenen Gebiete von Sibirien und Kasachstan heraus.) Dieses traurige Datum darf nicht verschwiegen oder vergessen werden; 1941 wurden mehrere Millionen Menschen deportiert, darunter Frauen, Greise und Kinder - allein wegen ihrer deutschen Nationalität. Die Folgen jener Deportation haben ihre schmerzhaften Spuren bis heute hinterlassen. Jede Familie hat gelitten, und diese Verluste sind unersetzlich, deshalb zieht es die ältere Generation der Russlanddeutschen vor, nicht über ihre Geschichte zu sprechen und darüber, was sie erleben mussten. Dennoch ist es einfach notwendig, daran zu erinnern, wenigstens einmal im Jahr, am 28. August. Denn die einheimische Bevölkerung hat eine sehr ungenaue Vorstellung davon, „wer diese bescheidenen und zurückhaltenden Großmütter mit den Kopftüchern in Marzahn sind, die Deutsch mit Akzent sprechen" und „warum sie hierher gekommen sind". Sie sind deshalb hergekommen, weil die meisten von ihnen ein sehr schweres Schicksal hatten und wollten, dass ihre Enkel und Urenkel ein anderes Leben führen können, in ihrer neuen Heimat, der Heimat ihrer Vorfahren. Die Kranzniederlegung Gedenkstein der Deutschen aus Russland wurde organisiert von den Mitgliedern des VISION e.V., von INA e.V. und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. (Berlin).

L. Fischer