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Offiziell: Bürgeramt Havemanncenter schließt zum 8. Oktober

Stadtat Christian Gräff zu Perspektiven der Bürgerämter

NORDWEST (am) . Stadtrat Gräff (CDU) machte keine Umschweife: „Wir müssen die Angebote der Bürgerämter um 936000 Euro senken. Deshalb muss neben dem Bürgeramt am Springpfuhl auch das Bürgeramt in Marzahn-Nord geschlossen werden.“ Er begründete dann exakt die Kosten-Leistungsrechnung. Danach arbeiten im Vergleich der Berliner Bezirke zu viele Angestellte in den Bürgerämtern von Marzahn-Hellersdorf. Die Nachfrage ist nicht so groß, dass die Angestellten die erforderlichen Dienstleistungen für die Bürger erbringen können. In Marzahn-Hellersdorf wartet man im Bürgeramt durchschnittlich 13 Minuten auf die Bedienung, im Berliner Durchschnitt sind es 30 Minuten. Der Bezirk muss deshalb handeln. „Schuld“ an dieser Situation ist vor allem die Reform am Arbeitsmarkt, kurz – die Hartz-IV-Gesetzgebung, die ab 2005 griff. Viele Leistungen, die die Bürgerämter in den Bereichen Sozialhilfe, Wohngeld und Jugendhilfe erbracht hatten, gingen in die Kompetenz der JobCenter über. Dennoch wird die Leistungsfähigkeit der künftig 4 Bürgerämter erhalten bleiben. Für die Großsiedlung Marzahn ist nun das Amt in der Marzahner Promenade zuständig. Da viele Nord-West-Marzahner gelegentlich das Eastgate besuchen, lässt sich damit auch ein Besuch des Bürgeramtes verbinden. Stadtrat Gräff hat auch die Zukunftsfähigkeit der Bürgerämter im Auge: in einem Modellprojekt „Lebenslanges Lernen“ sollen die Ämter Bildungsmaßnahmen für die Bürger bereithalten; mit Hilfe des elektronischen Personalausweises soll das Personenstandswesen ab 2011 digital abgewickelt werden und auch das bürgerschaftliche Engagement wollen die Bürgerämter unterstützen.