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Drei goldene Regeln zur Vermeidung von Schulden

In meiner Praxis als Schuldnerberater erlebe ich, wie Menschen auf ganz unterschiedliche Weise in die Verschuldung rutschen. Wenn ich genau hinsehe, erkenne ich immer wieder zwei Hauptgründe. Da sind einerseits die persönlichen Schicksalsschläge wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Todesfälle in der Familie. So etwas können wir nicht beeinflussen. Da ist andererseits die Konsumfalle, in die der Mensch geraten kann. Und dieser Gefahr kann man aus dem Wege gehen. Wir werden ununterbrochen bombardiert von der Werbung. Alle Unternehmen erklären uns: „Wir sind für Sie da!“ Jeder behauptet, besonders günstige Angebote zu haben. Man soll nur sofort zugreifen, um alle Vorteile zu nutzen. Man fragt sich: Warum eigentlich nicht?! Sie sollten in solchen Fällen kühl rechnend überlegen, ob Ihr familiärer Haushalt solche neuen Ausgaben verträgt. Machen Sie sich die Mühe und schlüsseln Sie in allen Einzelheiten Ihre monatlichen Ausgaben und Einnahmen auf, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen. In der Schuldnerberatung helfen wir Ihnen gerne dabei.

Hier drei goldene Regeln, die bei neuen Ausgaben zu berücksichtigen sind:

1. Zweigen Sie niemals etwas von den monatlichen Zahlungen für Miete und Energie ab! Dieser Posten im Haushalt muss unantastbar sein. Die Wohnungsgesellschaften werden zunehmend rabiater. Bei zweimal Nichtzahlen der Miete drohen Ihnen Kündigung und Zwangsräumung. Energieunternehmen sind schnell bei der Hand mit der Abschaltung. Wenn Sie dann zahlen, kostet die Freischaltung zusätzlich über 50 Euro.

2. Nutzen Sie Ihren Dispositionskredit niemals länger als einen Monat. Die Banken berechnen für die Überziehung gegenwärtig enorm hohe Zinsen: von 14 % bis 19 %. Gerade war eine Frau in unserer Beratung, die wegen der vollen Ausschöpfung des Dispo der Sparkasse monatlich 110 Euro zahlt.

3. Unterschreiben Sie einen Vertrag niemals, ohne dass Sie ihn gründlich gelesen und alles verstanden haben. Lassen Sie sich mindestens 24 Stunden Zeit. Achten Sie auf versteckte Kosten und auf Kündigungsfristen.

Dr. Johnny Norden