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In gewohnten Bahnen

Sprachkurs bei AoA
Sprachkurs bei AoA

Bereits seit vier Jahren gibt es in unserem Bezirk das auf Initiative der Migranten selbst und mit Unterstutzung von BALL e.V. gegrundete Projekt „Aussiedler orientieren Aussiedler” (АоА, Golliner Str. 4, 12689 Berlin, Tel. 93493899), und der Besucherstrom dorthin reißt nicht ab. Bisweilen kommen bis zu 30 Personen am Tag und bitten um Hilfe. Daran haben sich die Mitarbeiter des Projekts, die alle selbst Spataussiedler sind, schon gewohnt. Es kommen aber auch einheimische Burger und Migranten. Manchmal kommen sie mit der ganzen Familie, denn sie sind fest davon uberzeugt, dass sie hier Unterstutzung finden werden. Von leicht verstandlichen Beratungen zu Integrationsfragen, sozialen und juristischen Problemen, zu familiaren Fragen uber die Vorbereitung von Dokumenten fur die Arbeitssuche, die Bewerbung um einen Studienplatz, fur ein Praktikum sowie die Ausfullung der verschiedensten Fragebogen und Formulare reicht das Spektrum bis hin zur im Gegensatz zu vielen anderen Projekten und Vereinen kostenlosen Begleitung in Amter und Einrichtungen. Die Besucher haben auf verschiedene Weise von dem Projekt gehort, meist jedoch immer noch von Verwandten und Bekannten. Wie zum Beispiel die Familie Tsabanka oder die Bruder Krauser. Der Erfolg des Projekts grundet sich auch darauf, dass in der Anfangsphase der Integration ein Migrant eher dem Rat eines Landsmannes vertraut, der hier schon heimisch geworden ist. Die eigene Integrationserfahrung der Berater selbst, die diesen Prozess nicht nur vom Horensagen oder aus offiziellen Quellen kennen, ermoglicht es ihnen, sich besser in die Probleme ihrer Klienten hineinzudenken. Hinzu kommt die Bereitschaft, sich sofort in die Losungssuche einzuschalten. Diese Einschatzung der Tatigkeit des Projekts teilt die uberwiegende Mehrheit der Besucher, mit denen wir wahrend der Sprechzeiten des Projekts reden konnten. Zu ihnen gehoren zum Beispiel Frau N. Schmidt und Frau L. Gunther. Einige Besucher kommen ungeachtet des weiten Weges und der langen Fahrzeit sogar aus den westlichen Bezirken der Hauptstadt und dem Stadtzentrum. AoA – das sind nicht nur Beratungen, sondern auch eine Reihe kleinerer eigenstandiger Projekte, die seit der Grundung im Jahre 2003 entstanden sind – in erster Linie dank der Initiative und den Anstrengungen der Mitarbeiter selbst, die zu verschiedenen Zeiten im Projekt tatig waren oder tatig sind. Sei es der Frauenklub der Russlanddeutschen, die Kinderfreizeitgruppe „Spielend lernen”, der Klub „Wissen”, die Deutschkurse oder die Gruppen zur gegenseitigen Hilfe. Berucksichtigt man das Potenzial der Mitarbeiter des Projekts, kann man sicher sein, dass immer noch etwas Neues hinzukommen wird.

A.P.

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