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für den Stadtteil Marzahn-NordWest


Wie machen es die anderen? Um diese Frage zu beantworten, zog es eine Gruppe Nordwestmarzahner vom 6. bis 10. November nach Lyon in Frankreich, zusammen mit einigen Kreuzbergern. Sie besuchten Stadtteilzentren, Nachbarschaftshäuser, Projekte und Vereine in den Vorstädten von Lyon, die mit ähnlichen Problemen wie Marzahn NordWest und Kreuzberg zu kämpfen haben: Arbeitslosigkeit, Integration von Migranten, Wohnumfeldverbesserungen. Schwerpunkte des Erfahrungsaustausches: ehrenamtliches Engagement der Bewohner, Arbeit der sozialen Stadtteilzentren und Stadtumbau. Für Marina Bikádi vom Kulturhochhaus/Kinderkeller war es erstaunlich, dass es beispielsweise keinen Leerstand gab, obwohl die Häuser ziemlich grau aussahen und auch die Ausstattung der Spielplätze eher spärlich war. Besonders beeindruckt hat sie ein Wohnheim für Gastarbeiter, die seit 30 Jahren jeweils auf gerade mal 7 Quadratmetern leben mussten, ehe sie jetzt umziehen können. „Da merkt man erst, wie schön eigentlich unser Stadtteil ist“, sagte sie. Interessant war für sie auch, dass die Projektarbeit anders strukturiert ist. Die Städte stellen für Vereine Gebäude zur Verfügung für einen geringen Betrag, der sich aus den Mitgliedsbeiträgen speist, und die Vereine organisieren sich und ihre Arbeit selbst. Das war auch für Torsten Preußing vom Bewohnerbeirat eine neue Erkenntnis. „Die Vereine kümmern sich meist nur um ein bestimmtes Ziel, zum Beispiel um Sauberkeit oder Sicherheit. Das Zentrum koordiniert die Arbeit der einzelnen Gruppen und so können sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen – praktisch Gemeinwesenarbeit unter einem Dach.“ Xuan Thu Bui von der „Reistrommel“ war das erste Mal in Frankreich und begeistert vom Miteinander der verschiedenen Nationalitäten: „Zuerst sind alle einmal Franzosen“. Er stellte bei den Besuchen in den Projekten fest, dass es keine Konkurrenz zwischen den Vereinen gibt. Ivan Hayduk von „AoA (Aussiedler orientieren Aussiedler)“ machte ähnliche Erfahrungen, auch ihn faszinierte der Umgang der Menschen dort untereinander. Er nutzte die Möglichkeit, verschiedene Quartiersmanagements zu besuchen und mit den Mitarbeitern dort ins Gespräch zu kommen. „Ich kenne ja nur eines“, meinte er. Ihm fi el auf, dass die Bewohner dort viel weniger staatliche Unterstützung erhalten und sich viel mehr ehrenamtlich engagieren. Dem Quartiersmanager Hans Panhoff fi el auf, dass in den Großsiedlungen viele Migranten, vor allem aus den nordafrikanischen Ländern, wohnen. Einhellig gelobt wurde die freundliche Betreuung und sehr gute Organisation der Reise, insbesondere die Arbeit der zwei Dolmetscher. Einige der französischen Gastgeber waren im Sommer zu Besuch in Marzahn NordWest gewesen, es gab ein großes Hallo beim Wiedersehen. An einem Gegenbesuch, diesmal wieder in Berlin, wird auch schon gearbeitet. ReF
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