Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest
Da ist sie wieder die gute, alte NORDWEST, unsere, Ihre Stadtteilzeitung. Wie wir Ihnen in der letzten Ausgabe im Dezember 2007 mitgeteilt hatten, war dies nicht so sicher. Und mit Ihrer Hilfe wird sich auch der Inhalt weiter verbessern, in dem Sie viele Artikel oder Anfragen über unser Kiezleben einsenden. Die häufi g kritischen Bemerkungen des Bewohnerbeirates werden Sie vergebens suchen. Der Bewohnerbeirat sah sich veranlasst, sich aufzulösen. Das ist traurig. Dieser Schritt wird allen Beteiligten schwer gefallen sein. Eine Reihe von Bürgern ist entschlossen, diese Lücke zu schließen und wieder eine Bürgervertretung zu gründen. Wir müssen heute auf ein Ereignis reagieren, welches sich mitten unter uns, im Herzen unseres Kiezes ereignet und unser aller Empörung und Abscheu hervor gerufen hat. Am 16. Februar gegen 7.40 Uhr überfi elen drei Täter im Alter zwischen 20 und 23 Jahren den Blumenladen einer vietnamesischen Händlerin an der extra-Kaufhalle. Sie wurden inzwischen gefasst. Bei dem Überfall wurde die Frau beraubt und erlitt Prellungen. Der Ehemann des Opfers machte den Bewohnern keinen Vorwurf. „Passanten haben sofort die Polizei alarmiert. Es waren drei große Männer, mehr konnten sie nicht tun“, sagte er. Die gleichen Täter verübten wenig später einen weiteren Überfall. Dabei wurde eine 36-jährige Frau mit Faustschlägen traktiert und mit fremdenfeindlichen Äußerungen beleidigt. Als sie fl üchtete, wurde sie mit Steinen beworfen. Sie musste in einer Klinik behandelt werden. Ihr zweijähriges Kind blieb unverletzt. In einer ersten Reaktion sagte der Vorsitzende des Quartiersrates unseres Stadtteils, Rolf Palisch, dazu: „Es wird höchste Zeit, dass wir das Forum ,Aktive Bürger“ ins Leben rufen, dann können wir auf solche widerlichen Ereignisse als Bürgervertretung sofort reagieren.“ Ausländerfeindliche Deutsche misshandeln vietnamesische Frauen, und das zu dritt. Ich muss ehrlich sagen: Feiger kann man eigentlich nicht handeln. Eines ist uns doch bewusst: Hier sind nicht nur Vietnamesinnen angegriffen worden, wir alle, Bewohner des Stadtteiles, sind angegriffen worden. Wir wollen mit unseren ausländischen Mitbürgern friedlich, ja freundschaftlich zusammenleben. Die Blumenhändlerin wohnt auch in unserem Kiez, sie ist unsere Nachbarin. Dieser heimtückische Überfall schadet unserem Stadtteil. Wir werden nicht zulassen, dass solche Typen eine Atmosphäre der Angst verbreiten. Die Blumenfrau stand schon am nächsten Tag wieder in ihrem Laden. Eine Krankschreibung kann sie sich nicht leisten. Ich habe einen schönen Strauß bei ihr gekauft.
Tschüs Bernd Lange
Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) besuchte die beiden Frauen und sprach ihnen die Solidarität des Bezirkes aus. Sie appellierte an alle Bürger: werden Sie aktiv, helfen Sie und lassen Sie die Opfer nicht allein.
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