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NORDWEST/BA . Mehr als 8 000 Besucher kamen am letzten März-Wochenende zur Veranstaltung „kultour à la carte 2008“ in Marzahn- Hellersdorf, sie erlebten Kunst und Kultur an 35 Veranstaltungsorten. Unter dem kühnen Motto „Höhenfl üge – Seitensprünge“ gab es ein Programm voller Überraschungen, das von den Besuchern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Die Offerten reichten von Lesungen und Konzerten über Vernissagen und Theater bis hin zu Salons und einer Filmsession zu Ehren der Schauspielerin Katharina Thalbach, die Schirmherrin des Events war. Besonderen Anklang fand das illuminierte Alt-Marzahn mit der Mühle als „Moulin Rouge auf Mont Marzahn“. Gleichermaßen strömten die Besucher zum Fest der Sinne im Schloss Biesdorf wie auch in den Saal der Empfänge im Erholungspark Marzahn, wo sie sich von orientalischen Klängen verzaubern ließen. Zahlreiche Gäste genossen eine Live- Video-Performance im Foyer und den nächtlichen Ausblick aus den Höhen der Marzahner Pyramide oder nutzten das Angebot von Führungen, z.B. im Gründerzeitmuseum Mahlsdorf oder zur Kunst im öffentlichen Raum. Viel Zuspruch fand die Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst aus Japan. Natürlich war auch unser Stadtteil Teilnehmer an den Höhenfl ügen und Seitensprüngen. Besonders hoch fl ogen dabei die 30 Brieftauben von Frau Mallwitz nach ihrem Start am Kulturhochhaus in den heimischen Schlag nach Mahlsdorf. Und Marzahns Heimatdichter Horst Rennhack nahm die Aufforderung zu Seitensprüngen im Berliner Tschechow Theater wörtlich und dabei sichtlich lustvoll. Das Kulturhochhaus hat nach der Aufgabe von „angeeckt“ mit der „kultour“ ein neues Fenster gefunden, sich zu präsentieren. Das Programm begann mit drei thematischen Spaziergängen – dem russischen, dem vietnamesischen und dem mit Wander(ver)führer Torsten Preußing, der Ortsfremden unseren Stadtteil näher brachte. Aber auch der russische Spaziergang fand hochinteressierte Teilnehmer, die vom Feller-Markt bis zum Interkulturellen Garten an der Golliner wanderten und anschließend über das Zusammenleben von deutschen und „russischen“ Nachbarn plauderten oder stritten. Diese Spaziergänge sollen fortgesetzt werden. Ab 17.00 Uhr starteten drei Expeditionen mit Weltenbummler Ingo Röhl in die Antarktis. Mannigfaltige Informationen über Klima und Tierwelt nicht nur der Antarktis, sondern auch des tropischen Regenwaldes in Südamerika beeindruckten die Zuhörer. Wer „Albatros“ von Karat hört, denkt automatisch an kunstvolle Segler hoch unter der Sonne – dabei sind Albatrosse die schwersten fl ugfähigen Vögel und nebenbei miserable Starter und Lander. Die anschließende Performance „Space ist the place“ war dann schon sehr viel sinnlicher. Die vertonten Texte von Daniil Charms in der Musik von Manfred Haucke und Fritz Eggert animierten zu Träumereien ins Weltall. Die Audiotour vom S-Bhf Lichtenberg zur Pension 11. Himmel, die das Theater an der Parkaue organisiert hatte, war mit 40 Teilnehmern ein Riesenerfolg. Dass so viele Leute zu uns kommen wollen, zeigt doch nur, dass der Ruf von Marzahn viel besser ist als von Nichtkennern behauptet. Am Sonntag entspannte dann die ganze Familie beim Bingo im Club „Mehrweg“. Da die moderierte Show sehr gut ankam, wird das Kulturhochhaus im Monat Juni wieder eine Bingo-Neuaufl age im Jugendklub „Mehrweg” starten. Kulturmanagerin Christine Otto blickt optimistisch nach vorn: „Das Spiel führt die gesamte Nachbarschaft zusammen und die Überraschungspreise von ortsansässiger Wirtschaft und Vereinen entfl ammt bei jedem Mitspieler die Leidenschaft zu gewinnen.“ Eine positive Überraschung bot die Alpha-II-Umweltstation. Fast 100 Zuhörer waren in die Station gekommen, um die Gruppe „kiltyfanad“, die irischen und bretagnischen Folk spielt, zu hören. Bei Lagerfeuer und mediterraner Küche wurde die großartige Stimmung vorgewärmt. Vorstandsmitglied Klaus Hübner glaubt, dass „das Viertel die kulturellen Angebote gut annimmt. Wir werden im Juni wieder ein Konzert anbieten.“