Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Lasst Blumen sprechen ...

von Rainer Stecher

Frieda Mantel über dem frisch anwachsenden Hausgarten
Frieda Mantel über dem frisch anwachsenden Hausgarten

Zahlreiche Bewohner von Marzahn-NordWest nutzen nun die Frühlingszeit, um die kleinen Vorgärten neben ihren Hauseingängen zu verschönern, Beete anzulegen, Blumen zu pfl anzen, Sträucher und Hecken zu pfl egen – an manchen Stellen ein Augenschmaus für Spaziergänger. Bemerkenswert die Blumenarrangements am Belziger Ring 21 – noch unfertig zwar, aber von Frieda Mantel mit Liebe und Hingabe angelegt. Am Wochenende traf ich die sympathische Rentnerin, 53 Jahre verheiratet, gelernte Gärtnerin und trotz ihres hohen Alters noch immer bewunderungswürdig aktiv. »Etwas Sinnvolles unternehmen, sich mit Blumen zu beschäftigen und den Menschen deren Liebreiz näher zu bringen, ist ein schönes Erlebnis«, sagt sie, als ich ihre Blumenrabatten bewundere. Dann erzählt sie von ihrem früheren Leben in Tarass/Kasachstan und ihrer Arbeit als Gärtnerin, von ihrem Mann, den zwei Kindern und der Enkeltochter, die den Kindergarten in unserem Kiez besucht. Das freundliche, charmante Wesen der Frau fängt mich ein. Ich vergesse die Zeit und lausche gebannt den Worten über ihr zwar schweres aber auch erfülltes Lebens. Seit 2003 lebt sie nun mit ihren Liebsten in Marzahn und fühlt sich hier wohl. Vor einigen Wochen begann sie, zwei Beete im Vorgarten neben dem Hauseingang anzulegen und das kleine Areal von Unkraut und Steinen zu säubern. Ein befreundetes Ehepaar und Bewohner des Hauses brachten ihr hin und wieder Stecklinge und kleine Strauch- und Heckenpfl anzen vorbei, die sie dann mit viel Liebe zum Detail einpfl anzte. Als Umrandung möchte sie im nächsten Jahr eine Hecke setzen, den Rasen verschönern und noch mehr Blumen. Das Wohnungsunternehmen unterstützt ihre Bemühungen, wie auch die Bewohner des Hauses. Sie alle erfreuen sich an dem Werden und Wachsen, das von einer bemerkenswerten Frau, wie ich fi nde, ausgelöst wurde. Ja, bemerkenswert – denn im hohen Alter so aktiv zu sein, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und die Lebensqualität anderer zu verbessern, ist wahrlich bemerkenswert und beispielgebend.