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„Bravo pour le clown“

Liebe und Chansons nach Edith Piaf

An dem warmen Sommerabend vor dem Pfi ngstfest präsentierten Regina Nitzsche (Foto) und André Nicke im Tschechow-Theater unter dem Titel „Liebe und Chansons“ Lieder von Edith Piaf. Mit großem Engagement und unendlich schöner Einfühlsamkeit vermittelten die beiden Künstler des Stadttheaters Cöpenick Intelligenz, Tiefgründigkeit, Melancholie und auch ein wenig Aggressivität – Kennzeichen eines echten Chansons. Man musste der französischen Sprache nicht mächtig sein, um das Anliegen eines Chansons zu verstehen, um begeistert von dem Dargebotenen zu sein. In wunderbar anrührender Weise hat es Regina Nitzsche verstanden, das Leben der kleinen, knochigen, verloren dastehenden Edith Piaf dem Herzen nahe zu bringen. Es war faszinierend, wie eine Künstlerin unserer Tage die unglücklich Liebende, die einsam Verlassene der 30er Jahre, deren Hoffen auf wahre Liebe immer vergebens war, interpretiert hat. Die Stunden waren ein wunderschönes Erlebnis. Wie schade nur, dass der Zuspruch der Bewohner von Marzahn-NordWest nicht überwältigend war. Besucher aus Treptow und Mitte kamen. Woran mag das Fernbleiben der Marzahner liegen?

Marianne Sanft