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NORDWEST (am) . Seit dem 22. Mai liegen in Mahlsdorf sieben Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Lange und den Maler und Bildhauer Walter Reissner. Schülerinnen und Schüler des Leonhard- Bernstein-Gymnasiums haben sich der Schicksale angenommen und die Verlegung der Steine ermöglicht. Die Familie Lange lebte seit 1941 in der Lohengrinstraße in einer kleinen Wohnlaube. Die Eltern Heinrich und Rosa waren zu diesem Zeitpunkt 46 und 33 Jahre alt. Sie hatten zwei gemeinsame Kinder – Salo und Danny sowie Rosas Sohn aus erster Ehe Manfred. Dazu kam Heinrichs Bruder Max, der wie Rosa 33 Jahre alt war. Alle sechs wurden im Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert. Die beiden Jüngsten waren gerade ein Jahr bzw. zwei Monate alt. Heinrich war schwer sehbehindert. Man muss davon ausgehen, so die Schüler, dass die Familie sofort ins Gas geschickt wurde. Vor dem Grundstück Lohengrinstraße 2 ließ der Kölner Künstler Gunter Demnig sechs Stolpersteine zum Gedenken an das Schicksal der Familie Lange ein (s. Foto). Der Maler und Bildhauer Walter Reissner lebte seit 1922 im Mahlsdorfer Eichenhofweg. Als Teilnehmer des 1. Weltkrieges verlor er ein Bein. Ein Verwandter des Malers, Herr Hans Hoffmann, erinnerte an den letzten Weg des Malers. Reissner wurde am 4. März 1943 am Mittagstisch überraschend von der Gestapo verhaftet und am gleichen Tag in einem Transport mit 1 128 Menschen nach Auschwitz deportiert. Dreissig Stunden später kamen sie dort entkräftet an. 643 Menschen wurden gleich von der Rampe in den Tod geschickt, darunter der 64-jährige Walter Reissner. Auch im Eichenhofweg wurde ein Stolperstein eingelassen. Der stellvertretende Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) dankte den Schülern, insbesondere Anika Taschke, Stefanie Schattner und Björn Garlipp für ihr Engagement. Es beweise, dass in Marzahn-Hellersdorf ein aktives Geschichtsbewusstsein bei der jungen Generation existiere.
Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus. Sie werden an deren letztem Wohnort verlegt, um ihnen ein Denkmal zu sein. Ein Stolperstein ist 10 mal 10 Zentimeter groß und besteht aus einem Estrichbetonstein mit einer Messingplatte darauf. Auf der Platte werden der Name, der Geburtsjahrgang und der Tod vermerkt.
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