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Neue Kontakte, neue Ideen

Mehrweg knüpft Kontakte mit Kaliningrad

Die Universitätskirche mit dem Grab von Immanuel Kant
Die Universitätskirche mit dem Grab von Immanuel Kant

Nachbarn/Sosedi (sg) . Der Jugendfreizeitklub „Mehrweg“ (Wittenberger Straße 78, 12689 Berlin) führt seit 2004 sehr gelungene internationale Begegnungen mit polnischen und französischen Partnern durch. Im November/Dezember vergangenen Jahres wurde ein neues Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Jugendgästeetagen und dem Projekt Haus „Pro-social“ (gemeinnützige Wohnheimgesellschaft mbH, Blumberger Damm 12/14, 12683 Berlin) sowie der deutsch-russischen humanitären Organisation „Anthropos“ (Anthropos e.V. – „Für die Kinder dieser Welt“), konnten einige Mitarbeiter Kaliningrad und eine der Kaliningrader Regionen, den Slavskij-Rajon besuchen. Im Gegenzug dazu konnte sich eine junge russische Kollegin aus Kaliningrad im Januar 2008 mit den Sozialstrukturen, Projekten, Richtlinien und Verfahren in der Kinder- und Jugendarbeit in unserem Bezirk vertraut machen. Hauptziel ist es, gemeinsam mit interessierten Menschen, mit Institutionen und Firmen Bedingungen zu schaffen, die die Selbständigkeit der jungen Einwohner aus sozialen Brennpunkten Europas fördern. Zu solchen Brennpunkten gehören bestimmt nicht nur unsere „Marzahner Platte“ und/oder Plattensiedlungen anderer europäischer Städte, sondern auch z.B. die Kaliningrader Provinz. Dort, in dem, man könnte fast sagen, gottverlassenen Dorf Prochladnoje, hat man versucht, im gemeinsamen Auftrag vom Jugendfreizeitklub „Mehrweg“ und den anderen Kooperationspartnern, dem Projekt „Prosocial“ und der Organisation Anthropos, den hiesigen Kollegen die Arbeit vor Ort vorzustellen und selbst die dortigen sozialen Strukturen kennen zu lernen. Überdies sollte man mit den Mitarbeitern des Jugendklubs in Prochladnoje quasi an der Basis beim Erledigen aller dort anfallenden Arbeiten und Tagesaufgaben kooperieren. Neben der Arbeit im Jugendklub, fanden mehrere Besuche der dortigen Gesamtschule und des Dorfkindergartens statt. In der Schule hat die Mitarbeiterin des Jugendklubs „Mehrweg“, Frau M. Jensen, eine der Mitinitiatoren des Projektes und Teilnehmerin der Reise, zwei Seminare zum Thema Kinder- und Jugendarbeit im sozialen, kulturellen und pädagogischen Bereich durchgeführt und gemeinsam mit den Lehrern einen Antidrogenworkshop für die Schüler veranstaltet. Im Kindergarten durfte sie sich dann konkret mit den Kindern im kreativen Bereich beschäftigen. Außerdem konnte sie auch theoretische Fragen mit den Kollegen vor Ort diskutieren. Die wichtigsten Themen waren unter anderem: Sponsoring, Akquise und Öffentlichkeitsarbeit. Frau Jensen versuchte mit aller Kraft, die Kollegen und Kolleginnen vom großen Nutzen der Zusammenarbeit in einem Netzwerk zu überzeugen, um die aktiveren Dorfbewohner in all die Geschehnisse einzubinden. „Während meiner Besuche in Kaliningrad nahm ich an unzähligen Gesprächen, Vorstellungsrunden, Seminaren und Festen teil. Punktuell wurde ich vom Anthropos- Vertreter, Herrn Leiste, begleitet und auf Schritt und Tritt unterstützt. Laut seinen Aussagen sind die dortigen sozialen Verhältnisse entscheidend besser geworden als noch vor zehn Jahren. Wir wollen die Arbeitslosigkeit unter den dortigen Jugendlichen verringern und gemeinsam mit ihnen Näh- und Computerprojekte organisieren. Für die Schule konnten unsere Jugendlichen und die älteren Schüler von dort aus alten Schulfenstern ein Gewächshaus errichten und etwas Gemüse anbauen. Die Computer und die Nähmaschinen bekommen wir von privaten Sponsoren, und vielleicht könnte auch das Technik-Lager unseres Bezirksamtes ein paar davon für uns entbehren?“ Die jungen Leute, die im Rahmen dieses Projektes die o.g. Fertigkeiten erworben haben, verpfl ichten sich, ihren Nächsten ihr neues Wissen weiter zu geben.