Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Wir sind keine Drogendealer

Bewohner wehren sich gegen Vorurteile und Stigmatisierung

In einem Brief an die CDUFraktion im Abgeordnetenhaus, den CDU-Kreisvorstand und die CDU-Fraktion in der BVV Marzahn- Hellersdorf hat sich der Quartiersrat Marzahn Nordwest gegen Äußerungen des CDU-Abgeordneten Carsten Wilke in der Berliner Zeitung verwahrt. Es ging um das Aufstellen von Spritzen- Automaten. Wilke lehnte das in Marzahn-Hellersdorf an zentraler Stelle ab. „Dort wohnt die Klientel nicht“, behauptete er. „Wenn schon dann sei Marzahn Nord geeigneter, wo so viele Russlanddeutsche wohnen.“ Damit wird unser Stadtteil vorsätzlich stigmatisiert als vermeintliche Drogenszene und eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal beleidigt. Solche aus der Luft gegriffenen Auslassungen wie die von Carsten Wilke, die durch keinerlei verlässliche Daten – weder der Polizei noch der Gesundheitsverwaltung – gedeckt sind, befördern gefährliche Klischees und Vorurteile, die Wasser auf die Mühlen neonazistischer Brunnenvergifter sind. Sie gefährden das friedliche Zusammenleben der Einwohnerschaft, das mühsam verbesserte Ansehen und den Frieden im Quartier überhaupt. Der Quartiersrat forderte die CDU-Fraktionen auf, sich umgehend von den Ruf schädigenden und unzutreffenden Positionen ihres Abgeordneten zu distanzieren und die damit einher gegangene Diskriminierung des Stadtteils und seiner Bevölkerung öffentlich zu widerrufen. Auch der Verein der Aussiedler in Berlin Vision e.V. gab in einem Brief seiner Empörung Ausdruck und betonte: Den Russlanddeutschen wird vorgeworfen, Integrationsverweigerer zu sein, obwohl sogar Erhebungen des Bundes das Gegenteil nachweisen, dass die Aussiedler die sich am schnellsten integrierende Migrantengruppe ist.