Unabhängige und überparteiliche Zeitung
für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Ernüchternde Tatsachen immer und überall

Wir sehen uns veranlasst, gemeinsam auf einen Beitrag von Herrn Ralf Nachtmann in der Zeitung jot w.d. 7/2008 (Nr. 143) zu reagieren, in dem der Verfasser in unsachlicher Weise sowohl freie Träger der Jugend- und Sozialarbeit, namentlich „Kiek in“ e.V. Berlin, als auch Politik und Verwaltung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und das Quartiersmanagement im Stadtteil Marzahn-NordWest der Unterhaltung „unsichtbarer Strukturen“ bezichtigt. Er unterstellt bereits wiederholt, dass ein freier Träger unter „gütiger Mithilfe“ von Bezirksamt/ BVV, Senatsverwaltungen und Quartiers-Agentur zum Nachteil anderer „so ziemlich sämtliche Millionen kassiert“. Wir verwahren uns gegen diese Unterstellungen, die jeder sachlichen Grundlage entbehren und von Unkenntnis und offensichtlich böswilliger Absicht getragen sind. Die Vergabe von Zuwendungsmitteln aus Haushalten und Förderprogrammen sind öffentlich und transparent. Unter Mitwirkung der Bürgervereine und von Bürgerinnen und Bürgern gab es ein faires Ringen um die begrenzten Mittel in der BVV und im Quartiersrat Marzahn- NordWest. Im Ergebnis zeigte sich Folgendes: Im Bereich der Jugendarbeit erhält Kiek in e.V. Berlin 2008 vom Bezirk Marzahn- Hellersdorf von 951 900 € zweckgebundenen Zuwendungsmitteln lediglich 2 500 € im Verbund mit einem Projekt des Kinderring Berlin e.V., im Bereich Soziales 62 600 € (von 535 000 €) für die Organisation und inhaltliche Ausgestaltung des Kiez-Treff West als Soziales Stadtteilzentrum für Marzahn-West. Für die Organisation des Bürgerhaushalt- Verfahrens erhält der Verein in diesem Jahr monatlich 500 €. Über das Landesprogramm für die flächendeckende Versorgung mit Stadtteilzentren werden 81 000 € für das Nachbarschaftshaus „Kiek in“ als Soziales Stadtteilzentrum für Marzahn-Nord vertraglich zugesichert. Die anerkannte Frauenarbeit in Hellersdorf wird mit 8 000 € aus dem Bezirkshaushalt gefördert. Aus dem Programm „Soziale Stadt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Quartiersfonds 2 und 3) werden lediglich 37 000 € (von 345 000 €, 10,7 %) in Anspruch genommen, 2007 waren es 115 000 € (von 1,35 Mio. €, 8,5 %), 2006 242 000 € (von 2,4 Mio. €, 10,1 %). Die nicht mehr geförderten Projektinhalte werden aber nachhaltig weitergeführt. Aus dem Quartiersfonds 1 mit jährlich 15 000 € erhielt eine mit dem Verein verbundene Elterngruppe lediglich 200 € Unterstützung für ein Frühlingsfest, an dem 500 Besucher aller Generationen teilgenommen haben. Kiek in e.V. Berlin hat sich mit seinen Anträgen der geringer werdenden Fördersumme kontinuierlich angepasst. Wie alle anderen freien Träger steht auch dieser jährlich erneut vor der Herausforderung, seine Projektideen zu verteidigen und das Angebotsprofil an die knapper werdenden Gelder anzupassen. Und dennoch gelingt es ihm, die Inhalte der Angebote fortzuführen, wenn auch etwas bescheidener und einfacher. Der Verein ist aber auch seit Jahren bemüht, Mittel aus anderen Finanzquellen zu akquirieren (ESF- und Bundesprogramme, Spenden aus Wirtschaft und von Privat, Stiftungen „Aktion Mensch“, „repektABel“ u.a.), um die Inhalte der sozialen und sozial-kulturellen Arbeit nachhaltig zu gestalten. Das hat dazu geführt, dass Kiek in e.V. Berlin seit über fünfzehn Jahren für alle sichtbar erfolgreich die soziale Stadtteilentwicklung in den Bereichen Nachbarschaftsarbeit, Kinder- und Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung in Marzahn-NordWest mit prägt. Der Verein hat sich wiederholt der Herausforderung gestellt, ein Qualitätsmanagementsystem von einer externen Prüfgesellschaft zertifizieren zu lassen, was Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Arbeitsprozesse voraussetzt, die Finanzierung eingeschlossen. Wir erwarten, dass über die engagierte Arbeit, aber auch die immer wieder schwierige Situation aller freien Träger in der Öffentlichkeit realistisch und fair berichtet wird. Professionalität von Journalisten zeichnet sich durch solide Recherche und wertfreie Berichterstattung aus.

Kiek in e.V. Berlin
Vorstand

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Bezirksbürgermeisterin

QuartiersAgentur
Marzahn-NordWest