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für den Stadtteil Marzahn-NordWest

Im gesamten Bezirk Lichtenberg, zu dem auch Marzahn gehörte, fielen schätzungsweise 50 000 Menschen dem Krieg zum Opfer. Es fehlte an allem, der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch, Verzweiflung und Angst machten den Berlinern – und somit auch den Marzahnern – zu schaffen.

Nach dem Krieg

Marzahn zwischen Zukunftsangst und Tatendrang

In zeitgenössischen Akten kann man lesen, dass Marzahn als eine Hochburg der Nazis galt, denn mit ehemals 250 NSDAP-Mitgliedern war die Zahl sehr hoch, während z.B. in Biesdorf Sozialdemokraten und Kommunisten mehr Einfluss hatten. Für die Menschen hieß es nun, Aufbauarbeiten zu organisieren – auch wenn es schwer war. In Marzahn und den benachbarten Ortsteilen harrten die ehemaligen Zwangsarbeiter aus, um in ihre Heimat zurück zu kehren, denn nur schrittweise war dies möglich. Mit Hilfe der sowjetischen Truppen entstanden Notunterkünfte und Lebensmittel wurden unter den Hilfebedürftigen verteilt. Überall, wo viele Menschen sind, lauern auch Krankheiten: Fleckfieber, Typhus und Ruhr waren die vorherrschenden Krankheiten. Rund 580 Marzahner waren bis Ende 1945 täglich damit beschäftigt, den Schutt und die Kriegstrümmer zu beseitigen. Auch die Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten mussten u.a. zunächst nach Marzahn, da Berlin übervölkert war. Einige Flüchtlingsfamilien wurden hier sesshaft, während andere weiter gezogen sind. Große Teile der Nutzflächen, einst landwirtschaftlich geprägt, mussten wieder nutzbar gemacht werden. Bunkerstellungen, Schützenlöcher und Panzergräben hatten besonders in Marzahn ihre Spuren hinterlassen. Auch die Anlagen der Rieselfelder mussten repariert werden. Es mangelte an Vieh und Materialien, um die Landwirtschaft anzukurbeln. In den ersten freien Wahlen im Oktober 1946 wählten die Berliner mehrheitlich sozialdemokratisch. Nur langsam wurde die Situation besser. Was es für Neuerungen für Marzahn in den 50ern und 60ern gab, lesen Sie in der nächsten Ausgabe…